
Die Vogesen verweigerten uns ihre Betten,
so mussten wir uns ein anderes Ziel wählen.
Drago erhielt den Auftrag, in Vorarlberg oder Tirol nach freien Zimmern zu suchen, verkannte aber den Unterschied von Tirol zu Südtirol und so buchte seine Frau was im Trentino...
Was solls, fahren wir eben etwas weiter.
Wir vier, das sind: Jürgen, Drago mit Renate, und Tom
Wir starten bei Drago in Remseck, mittlerweile schon bald 9 Uhr, das bedeutet: Der Tag wird wenig Pausen bekommen, Navi sagt 510 km bis zum Ziel.
Wir entschließen uns nun doch bis Memmingen auf der Dosenbahn zu bleiben, doch schon ab Gruibingen ging fast nichts mehr vorwärts, so sind wir dann nur bis Ulm , dann über die B30 gen Süden gefahren bis hinter Biberach, Landstrasse über Kissleg , Wangen und Isny zur großzügigen Umleitung nach Oberstaufen.
Es fölgt die Landesrenze zum Vorarlberg, Hittisau, Schröckenpass, Flexenpass, Arlbergpass,
Ach was wär das schön, wenn wir hier was gebucht hätten, So haben wir halt noch ne lange Fahrt vor uns.
Landeck zum Reschenpass, zieht sich etwas aber es geht vorwärts, Aber nur bis ins Etschtal, wo der Rechenpass endet.
Ab hier ein MEGA Stau, bis Meran, wie sich heraustellte. Also fast 50 kilometer durchschlängeln. Ursache ? Unbekannt, vermutlich die 4 Kreisverkehre auf dieser Strecke.. War halt viel los,
Ab Meran war wieder alles gut, wir nahmen die Schnellstrasse bis Bozen, das Navi entschied sich für den Passo Costalunga nach Tesero ins Trentino. Von dort irrten wir ein bisschen in alle Richtungen herum, GPS Signal verloren... sind ja nur drei Orte bis Ziano,
Jedenfalls fuhren wir in die engegengesetzte Richtung, aber hier gab es wieder GPS.
Und das führte uns endlich zum Hotel Zanon, nach "Ziano di Fiemme"
Blick vom Hotel Zanon
Wir waren die einzigsten Gäste, Küche geschlossen, Frühstück soll es auch keines geben...
Es ist keine Wintersaison oder noch keine Sommersaison.
Restaurants im Ort gab es zwei, aber alle geschlossen.
Wir wollten aber heute keinen Meter mehr fahren, uns so besorgte uns der nette Hotelbesitzer Herr Gabrielli , Pizza vom Nachbarort,
Das Bier kam aus dem Zapfhahn im Hotel, der Wein in Flaschen aus der Bar. Abend gerettet.
Ein Hoch auf den sehr netten Chefe, der übrigens sehr gut deutsch spricht.
Tag 2, Traumwetter!
Wider erwarten stand ein perfektes Frühstück für uns bereit! WOW
Vielen Dank, Herr Gabrielli ! Sie hätten 5 Sterne verdient !
Das Hotel liegt sehr günstig, eigentlich ist mit dem Motorrad jeder Pass der Dolomiten quasi vor der Haustüre,
So beginnen wir mit dem Passo Rolle, sehr schöner kurviger Pass, der oben am Monte Grappa noch Schnee hat.
Passo Rollo
Monte Grappa
Nach dem Grappa ist vor dem Grappa, was uns am Abend dann bewusst wird.
Aber es geht estmal weiter über den Passo Cereda und Passo Duran nach Agordo und Dont
und so sieht der Berg von hinten aus: Monte Civetta
Wir nehmen Die SP251, Schöne Aussichten bietet diese Panoramastrasse.
Wo genau diese Bilder entstanden sind, weiss ich nicht mehr, waren Pässe deren Namen ich noch nie gehört habe und auch wieder vergessen habe
Meine Vermutung: Collo Santa Lucia
Das müsste der Lago di Alleghe sein
Immer wieder tolle Aussicht ins Tal.
Juhuu, hier gibt es was zu Essen, sehr selten in dieser Gegend, Wir kehren ein...
Livinallongo an der SR 48 richtung Arabba. genauer: Pizzeria Ristorante Ru de Mont di Roilo Renato in Renac
Wir haben aber keine Pizza gegessen, es gab auch anderes,,,...
Das sehen wir beim Essen, da geht unser Weg weiter. Da hängen die Wolken an den Gipfeln.
Es geht über den Passo Campolongo richtung Gardena, es wird kühler.
Sehr wenig los heute, optimal für uns
am Campolongo
Passhöhe Grödner/Gardena, wir haben Gäste?
Gardena
Ich will gar nicht wissen, wie das mit dem Schnee hier vor 2 Wochen aussah..
Sella, 8 Grad und ausser uns niemand da. Sind wir Helden?
Sella
Blick vom Sella
So, Zeit zum Essen fassen. Wir fahren 40 min bis in die Nähe des Hotels und halten in den grösseren Orten Ausschau nach einer Trattoria oder Ristorante..
wir finden einige, aber vor 18 Uhr brennt da kein Licht.
So begeben wir und in eine Strassenbar, etwas trinken, dazu wurden erfreulicherweise Häppchen serviert, das wir nach dem zweitem Radler kaum noch Hunger hatten. aber es war ja erst 16:30 Uhr,
Wir befragten die einheimischen, bekamen viele Tipps, fuhren hin, aber vor 19 Uhr war nirgends was zu machen.
So landeten wir wieder an der Bar, gegen 18:40 ging in der Pizzeria/Ristorante gegenüber das Licht an.
Wir voller Freude rein, aber ehrlich, ohne Freude wieder raus. Das was wir dort gegessen haben, war echt net toll... egal was, es war geklebtes Formfleisch lieblos frittiert und fertig. Lediglich Dragos Rindersteak war akzeptabel und geniessbar. zu allem gab es starke Knoblauch Creme
Hier vergebe ich Null Sterne und erwähne die Lokalität nicht beim Namen.
Immerhin waren wir satt, und nach fettigem braucht man was? Einen Schnaps... Ich erinnere: Nach dem Monte Grappa ist vor dem Grappa
So saßen wir am Abend wieder im Hotel und probierten seine regionalen Grappas aus,
es ist ja die Grappagegend nahe Gardasee schlechthin. nebenbei spielten wir auch Mäxle, das allseits beliebte Würfelspiel...
Ein Grappa muss aber schlecht gewesen sein, es war der braune. den merkte ich sofort...
Während des Grappa Abends überlegten wir uns, die morgige Heimreise auf 2 Tage zu dehnen, im Allgäu noch mal übernachten, damit das nicht wieder so stressig weit wird. Gegen später haben wir zwischen 2 Bierchen beschlossen, doch noch einen Tag zu bleiben, und Sonntag früher los und durchziehen....
was aber nicht mehr jeder registrieren konnte...
Tag 3 Ziel Gardasee
Wieder gab es Frühstück, Wieder vielen Dank an Chefe...
Der Grappa war noch im Blut, vor allem der zähe Braune, Ich glaube heut war keiner wirklich Fit.
Jürgen hat alles eingepackt, bereit zur Heimreise, so fuhren wir erstmal über den Parco Monte Como richtung Trento
Nach Trento beginnt der Passo Bondone.
Sieht harmlos aus, hat es aber in sich! Es folgt eine Kehre auf die andere, gefühlt mehr als der Stelvio.
Es nahm einfach kein Ende, wir brauchten eine Pause. Aber oben waren wir noch lange nicht, es ging Grappig weiter..
Nach jeder Kehre schwappte es in mir...
Meine Gedanken: Auf dem Rückweg fahr ich garantiert woanders lang...
Kann es sein, das es Pässe mit zuvielen Kurven gibt? - Ja, dieser.
Pause am Bondono
Norge? Norwegen? haben wir uns verfahren?
Kurz vorm See, ca 30 km zum Garda.
Palmen und Imbißstube, Perfekt.
Gardasee vom Ostufer
Wir habe am See Eis gegessen und eine Route zurück geplant, natürlich ohne den Monte Bondono.
Viel Möglichkeiten gabs nicht, die Südliche zu weit, also am Nordufer scharf rechts, Gut gewählt, sehr schöne Strecke ohne viel Achterbahn.
Breite Strasse erst viel hoch, dann viel runter richtung Roverto.
Ein einheimischer Ktm Fahrer überholte uns frech, na gut, Grappa vergessen und hinterher...
Das war so einer der fachmännisch vor und in jeder Kurve den Kurveninnenseitigen Haxen austreckte, sah cool aus, aber hätte ich den im Kurveninneren, sicher ohne Rastenkratzen, wieder geschnappt wär ich dem übern Fuss gefahren.. Wär aber locker machbar gewesen, der war nur auf den geraden schnell
So schob ich den quasi nur den Berg hinunter, unten bog er frustriert ab...
Weiter ging es an Roverto verbei, viel "Weinanbau" an den Schildern stand aber was von "Grappa" dran.
Das Gebiet war sehr schön zu fahren, kurvig, bergig, schluchtig, so muss das.
Mezzomonte di Sopra
Auf dem Hinweg zum Garda viel mir schon das Schild mit "Passo Manghen" auf. Das habe ich den ganzen Tag nicht vergessen.
Der führt ja vom Süden aus fast bis an unser Hotel. Den Namen hab oft schon gelesen in Reiseberichten, aber es gibt bestimmt mehrere Pässe mit diesem Namen.
Auf der Karte und bei der Anfahrt sah er relativ harmlos aus, genau richtig um den Tag ausklingen zu lassen...
Dieser Manghen Pass führt von Borgo nach Castello-molina di Fiemme, und der hat es echt verdient in die Liste meiner Lieblingspässe zu kommen.
Passo Manghen auf halber höhe
Bitte kehrt dort nicht ein!
Beim Eintreten bekam ich ein Dejavue aus meiner Jugendzeit, nach anschauen eines Horrorfilms...
Der lange hagere Typ mit der dicken Brille, Hasenzähnen und dunklen Haaren, Verdammt, ich komm net auf den Filmtitel...
Psycho X-irgendwas oder so.
Das Essen war äusserst bescheiden, total versalzen, damit man net schmeckt, wie alt oder verdorben das schon ist.
Der Typ lugte andauernt durch das kleine Fenster in der Küchentür, ob wir gleich tot umfallen oder so...
habe ihn net ablichten können, ich bin mir sicher, ihr wisst sofort wen ich meine.
Die Preise waren auch ausserirdisch..
Entgegen den Erwartungen des Betreibers haben wir es jedoch überlebt,
Was der nicht wusste, war unsere präventive Einnahme ausgesuchter Grappas am Vorabend. Man weis ja nie ob es der letzte ist .
Aber der Pass war Überirdisch geil !
Enges Strässchen, es ging stetig aufwärts, Kehren und Kurven ohne ende, Oft dachte ich wir sind oben, Niente, da geht immer noch was.
Aussicht geniessen am Manghen
Hier sieht man noch wenig der Strecke
Passo Manghen
Hier sieht man was von der Straße wie die sich hochwindet.
Hätt ich das gewusst das oben was zu Essen gibt... oder wär das nur ein ander Horrorfilm geworden? Man weis es nicht, geöffnet war es zumindest.
Der See war noch voller Eis...
Passo Manghen
Tag 4 Heimreise
Schweren Herzens nahmen wir Abschied vom Hotel, vom Trentino, vom Erlebten, von der Gastgeberfamilie..
Beim bezahlen hatte ich ein schlechtes Gewissen, so günstig lebe ich noch nicht mal zuhause.
Ich weiss nicht ob es wegen bookingcom so günstig war oder weil es ausserhalb der Saison war,
Das was ich dort für 3 tolle Nächte inc Pizza, Frühstück und reichlich Bier und Grappa in einem tollem Zimmer mit Balkon, mit richtig guten Betten und Austattung bezahlt habe, werde ich regelmäßig in Frankreich in nur einer Nacht los.. Trinkgeld war dementsprechend großzügig.
Ich kann dieses Hotel guten Gewissens bedenkenlos weiterempfehlen:.http://www.hotelzanon.it/ger/ ist ganzjährig geöffnet.
Jürgen wollte zum Kalterer See , also haben wir das mitgenommen.
Kalterer See
Der Rest ist Heimreise, zu erwähnen wäre der Mega Stau, diesmal von Meran zum Reschenpass, Grund nicht ersichtlich...
Wir quälen uns durch und bekommen im Allgäu nähe Wangen / Ravensburg einen kräftigen Hagelschauer ab, Willkommen in Deutschland so zusagen.
Wie immer halt.
Fazit
Es waren tolle 4 Tage in den Bergen!
Tom
-
Die Anreise, ca 560 km'
Über den Reschenpass, weil das Hahntennjoch und Timmelsjoch noch Winter haben.
Reine Fahrzeit mit 60 km Autobahnanteil bis Ulm ca 10 Std mit Stau bei Gruibingen, Reschenpass bis Meran.

Tag 2,
Passo Rolle und Sellarunde,
Länge ca 235 km, max Höhe 2250 m Fahrdauer ca 7 Std

Tag 3, die Grapparunde
Gardasee Tour
Länge ca 287 km, Dauer ca 8 Std, max Höhe ca 2022 m, min Höhe ca 68 m, Kurven: zu viele...

Tag 4, Abschied.
Ähnlich wie Anreise, nur mehr durch die schw. Alb
Lange ca 560 km, Dauer ca 12 Std wegen Stau ab Meran bis Reschenpass

Gesamt km ca 1680 km
Trackdaten mit GPS-Track-Analyse.NET ermittelt, tolles Programm !